Die Liberalen der Kölner Innenstadt

Podiumsdiskussion Altstadt: Patentrezepte nicht in Sicht

Die Liberalen der Kölner Innenstadt hatten zu einer Diskussionsveranstaltung zur Entwicklung der Altstadt eingeladen und trotz der schneebedingten Anreiseschwierigkeiten für alle Nicht-Altstädter fanden über 50 Gäste den Weg in den GIR-Keller in der Lintgasse. Auf dem Podium wurde der Leiter des städtischen Ordnungsamtes, Robert Kilp, eingerahmt von den Vertretern der beiden großen Interessenvertretungen in der Altstadt: Dr. Joachim Groth für die Bürgergesellschaft Altstadt und Wilhelm Wichert für die IG Altstadt. Schnell wurde deutlich, dass die Vorstellungen von der Altstadt durch sehr unterschiedliche Interessen geprägt sind.

 

So betonte Herr Wichert, Altstadtwirt im Haxenhaus, dass die Altstadt durch ein übergreifendes Konzept für eine qualitätvolle touristische Entwicklung Kölns gestärkt werden müsse, um so durch ein attraktives Viertel zur Internationalität und wirtschaftlichen Stärkung der Stadt beizutragen. Dagegen machte Dr. Groth sich als Vertreter der Hausgemeinschaften an St. Martin und im Brüggelmannhaus für die Bedürfnisse der Anwohner nach Schutz vor ausufernder Ökonomisierung durch die alkohollastige „Ballermannkultur“ und alle damit verbundenen Belästigungen stark. Diese Positionen ließen sich auch an diesem Abend nicht ausgleichen, und es zeigte sich auch, dass die Bereitschaft aufeinander zu zugehen, leider noch nicht sehr groß ist. Die Diskussion konzentrierte sich nach diesen allgemeinen Positionsbestimmungen auf die Zustände an den Karnevalstagen. Müllbeseitigung, Toilettenmangel und Wildpinkelei oder Lärmproblematik waren die Themen, die auch von den Besuchern engagiert eingebracht wurden. Die Diskussion mit dem Leiter des Ordnungsamtes, der von personellen aber auch rechtlichen Grenzen berichtete, machte deutlich, dass von ordnungsrechtlicher Seite allein keine Lösung zu erwarten ist. Vielmehr  braucht es einen bürgerschaftlichen Konsens über die zukünftige Ausgestaltung des Miteinanders von Wohnen, Gewerbe, Gastronomie und Eventorganisation. Dafür muss das öffentliche Gespräch viel stärker gepflegt werden. In diesem Sinne richtete der Moderator des Abends und FDP-Bezirksvertreter, Lorenz Deutsch, einen Wunsch an den Leiter des Ordnungsamtes: „Bitte setzen Sie den Runden Tisch Altstadt fort und suchen Sie das Gespräch mit den Bürgern. Die Stadt muss Ihre Konzepte und Überlegungen, die in den Arbeitsgruppen diskutiert werden, viel transparenter machen und in die öffentliche Diskussion bringen.“